CryptoPunks: Ist das die Mona Lisa der digitalen Kunst?

Aktualisiert: Sept 16

Ruth Polleit Riechert im BR24-Interview (Radio und Online) zum Thema NFTs – non-fungiblE Tokens


Sie sind nur ein paar Hundert Pixel groß und inspiriert von der Londoner Punk-Szene: Die CryptoPunks sind computergenerierte digitale Kunstwerke, und einige davon werden für Millionen Euro verkauft. Möglich macht das die Technologie der NFTs.



Im Jahr 2017 schrieben zwei Software-Entwickler in New York ein Computer-Programm: Es sollte 10.000 fiktionale Charaktere generieren, als kleine Grafiken von jeweils 24 mal 24 Pixel. Das Aussehen der einzelnen Figuren sollte zufällig vom Computer bestimmt werden. Heraus kamen die sogenannten "CryptoPunks". Manche der Figuren tragen Sonnenbrille, manche Ohrring. Einige haben eine Zigarette im Mund, andere Mützen auf. Acht der Figuren haben überhaupt keine Alleinstellungsmerkmale. Aber alle sind in ihrem Look inspiriert von der Londoner Punk-Szene.


NFTs … Digitale Besitzrechte für digitale Güter


Das Besondere an dieser Idee: Diese 10.000 Figuren wurden nicht einfach nur als Grafiken erschaffen. Sie wurden zum Verkauf angeboten – auf der Blockchain. Die Technologie, mit der man via Blockchain Besitzrechte für digitale Güter verkaufen kann, nennt sich NFT – und war 2017 noch weitgehend unbekannt. Heute ist das anders: NFTs sind seit Anfang 2021 zum Hype-Thema geworden: Digitale Kunstsammler und Wertspekulanten geben Millionen Dollar in Kryptowährungen für die digitalen Kunstwerke aus.


Und im Zentrum von all dem: Die CryptoPunks. Sie sind zwar nicht die ersten NFTs, aber doch gehören sie zur ersten Generation der Blockchain-Kunst – und damit haben sie in der NFT-Szene einen entsprechenden Stellenwert. Der teuerste Punk – Nummer 7523 – wurde kurz nach seinem Entstehen 2017 noch für umgerechnet rund 50 Euro verkauft. Sein letzter Verkaufspreis lag bei etwa 10 Millionen Euro.


Der Käufer erwarb jedoch kein physisches Objekt, sondern nur einen digitalen Vertrag – und damit lediglich das Recht, sich als Eigentümer von CryptoPunk Nummer 7523 bezeichnen zu können. Und dieser ist – rein optisch – nichts Besonderes. Eben einer der vielen pixeligen Punks. Eine seiner Eigenheiten: Er trägt corona-konform eine Gesichtsmaske.


CryptoPunk 3831 © Larva Labs
CryptoPunk 3831 © Larva Labs

Was sind NFTs wirklich wert?


Doch die Einfachheit der CryptoPunks könnte gerade ihren Reiz ausmachen - glaubt die Kunsthistorikerin und Kunstmarktexpertin Ruth Polleit Riechert. "Die besten Ideen sind ja oft die einfachsten", sagt sie im Gespräch mit BR24. "Ich kann nur erinnern an Andy Warhol, der in Europa unterwegs war und sehr viele Porträts gemacht hat. Der wurde auch damals belächelt. Als er das gemacht hat, hatte sein Werk diesen kunsthistorischen Stellenwert noch nicht."


Ob das bedeutet, dass ein CryptoPunk auch einen siebenstelligen Betrag wert ist? "Der Wert von Kunst ist sehr, sehr schwer zu definieren", so Polleit Riechert. "Man muss unterscheiden: Was ist der Wert eines Kunstwerkes und was ist der Preis? Der Preis kann sich ändern. Der Markt kann auch falsch liegen, er kann ein Werk falsch bepreisen."


Spekulation und Statussymbol


Aktuell werden NFTs vor allem aus zwei Gründen gekauft: Einmal in der Hoffnung, dass der Preis weiter steigt und das NFT sich später mit Gewinn verkaufen lässt. Auch deshalb sehen manche Kritiker im NFT-Markt eine Spekulationsblase.


Ein weiterer Grund, warum es so viele im Netz zu den NFTs sieht: Als Statussymbol im digitalen Raum. In den sozialen Medien zeigen sich NFT-Fans und reiche Berühmtheiten immer öfter mit NFT im Profilbild. Die CryptoPunks sind hier besonders begehrte Motive, aber auch andere NFT-Sammlungen wie der "Bored Ape Yacht Club" sind beliebt. Der CryptoPunk im Profilbild ist in der digitalen Welt in etwa das, was die teure Uhr am Handgelenk in der analogen Welt ist.


Die Mona Lisa der Blockchain-Kunst?


Die CryptoPunks sind in der NFT-Welt heute schon ein Kunstklassiker – möglicherweise gar die Mona Lisa der Blockchain-Kunst. Doch langfristig werden sie nur etwas wert sein, wenn der Markt weiter wächst. Hier sind einige noch skeptisch.


Kunstmarktexpertin Ruth Polleit Riechert glaubt jedoch fest an das Konzept NFT. "NFTs tragen auf jeden Fall dazu bei, den Kunstmarkt zu demokratisieren", sagt sie. In der klassischen Kunstwelt seien Verkaufspreise oft undurchsichtig. Aber in der Blockchain-Welt ist jede Transaktion hingegen klar nachvollziehbar. "Der Kunstmarkt stellt sich breiter auf. Er wird zugänglicher und transparenter – für jeden."


Trotzdem: Das bedeutet nicht, dass jedes NFT auch tatsächlich das wert ist, was dafür teilweise bezahlt wird. In ein paar Jahren könnten die CryptoPunks Sammlerstücke von unschätzbarem Wert sein – oder eben nur ein paar wertlose kleine Grafiken.


Der Artikel erschien am 03.09.2021 auf br.de

Mehr zu CryptoPunks auf larvalabs.com

CryptoPunks – die neue Mona Lisa der digitalen Kunst? Ein Beitrag von: Zündfunk (Radio)

(Spulen Sie vor auf 40:00.)

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